Dienstag, 16. Oktober 2007

Impfen und wie es funktioniert




Impfschutz


Krank machende Keime werden vom Immunsystem bekämpft. Dafür bilden bestimmte Zellen (B-Lymphozyten) Abwehrstoffe, die so genannten Antikörper. Diese Abwehrstoffe richten sich stets gegen einen bestimmten Erreger. Kommt nun der Organismus ein zweites Mal mit demselben Bakterium oder Virus in Kontakt, erinnert sich das Immunsystem daran und reagiert schnell. Die Erreger werden sofort unschädlich gemacht, man ist gegen sie immun. Eine Erkrankung bricht nicht mehr aus oder verläuft sehr viel harmloser. Diese Immunität lässt sich bei einigen, besonders schweren Krankheiten auch durch eine Impfung erreichen. Allerdings geschieht dies nicht mit dem natürlichen und damit schädlichen Krankheitskeim. Stattdessen werden abgetötete oder abgeschwächte Erreger oder sogar nur Bestandteile von ihnen verabreicht, sie verursachen keine Erkrankung. Das Immunsystem reagiert darauf jedoch genauso wie auf den natürlichen, krank machenden Keim, es bildet Abwehrstoffe und merkt sich den Eindringling. Taucht danach der natürliche Erreger tatsächlich auf, wird er ebenfalls sofort unschädlich gemacht. Dieser Impfschutz hält Jahre, in einigen Fällen auch ein Leben lang an. Für den vollständigen Schutz reicht manchmal eine Impfung, oft aber werden mehrere Impfungen im Abstand von Wochen und Monaten benötigt. Außer in Notfällen erfolgt eine Impfung nur, wenn keine akute, fieberhafte Krankheit vorliegt. Viele Menschen befürchten, Impfungen seien wegen möglicher Nebenwirkungen gefährlich. Impfstoffe gehören jedoch zu den sichersten Arzneimitteln, die wir haben. Mögliche Reaktionen nach der Impfung sind eine leichte Temperaturerhöhung über zwei bis drei Tage oder eine leichte Schwellung oder Rötung der Impfstelle. Beide Reaktionen sind nicht besorgniserregend. Überempfindlichkeitsreaktionen wie Nesselfieber oder andere Nebenwirkungen sind ausgesprochen selten. Hierüber klärt der Arzt auf. Er entscheidet auch, wann der beste Zeitpunkt für eine Impfung ist.
Jede Impfung muss im so genannten "Impfpass" dokumentiert werden. Er sollte bei späteren Impfungen dem Arzt vorgelegt werden. Der Arzt darf sich nicht auf die mündliche Aussage des Patienten über vorangegangene Impfungen verlassen. Im Zweifelsfall muss er neu impfen, um der Erkrankung vorzubeugen. Insbesondere bei Verletzungen ist es ratsam, den Impfpass mitzubringen, damit der Arzt sieht, ob ein Tetanusschutz vorhanden ist.

Übrigens Impfung ist Sache des Hausarztes!


Wolfgang Conzelmann
Arztpraxis Conzelmann
13353 Berlin
Luxemburger Str. 33
Telefon: 461 79 23
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http://www.arzt-berlin.tk/ oder http://www.conzelmann.tk/




Kompetenzpraxis für nachhaltige Medizin

Dienstag, 9. Oktober 2007

Wer sollte grünen Tee trinken und wer nicht?



Die Enzymmuster der Menschen sind unterschiedlich, daher ist eine genaue Analyse sinnvoll um eine gezielte Beratung durchzuführen.


Wichtig ist der Anteil an Glutathion S-Transferasen (GST), wenn diese in zu geringer Höhe vorhanden sind dann sind Sie ein Kandidat der unbedingt grünen Tee trinken sollte. Haben Sie aber hohe Enzymaktivitäten so sollten Sie ihn eher meiden.


Glutathion S-Transferasen (GST) sind eine Familie von Enzymen mit breiter Substratspezifität, die eine wichtige Rolle in der Entgiftung und Ausscheidung exogener und endogener Karzinogene spielen. Sie übertragen das körpereigene Glutathion auf zahlreiche elektrophile Substanzen, die so inaktiviert und im weiteren Verlauf größtenteils als Mercaptursäuren renal eliminiert werden. GST entgiften Biozide, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Ethylenglykole, PCB, Aflatoxine und andere Xenobiotika.


Ein möglicher Mechanismus in der Krebsprävention ist die Induktion körpereigener Schutzsysteme, zu denen die Glutathion S-Transferasen (GST) als wichtige Phase-II-Enzyme zählen. In der vorliegenden Arbeit wurde die Wirkung von kurzkettigen Fettsäuren und sekundären Pflanzenstoffen mit antikarzinogenem Potential auf die Expression und Aktivität der cytosolischen GSTs im Kolon untersucht. Als Basis für die Untersuchungen wurde der GST-Status im Kolongewebe von 15 Patienten bestimmt. Die Experimente zur Induktion, welche an Zellmodellen (Kolontumorzelllinien, primäre Kolonfibroblastenkulturen) durchgeführt wurden, zeigten, dass die GSTs durch Butyrat und grünen Teeextrakt induzierbar sind. Die abschließenden Untersuchungen zu den funktionellen Konsequenzen eines erhöhten GST-Status ergaben eine deutlich verminderte Genotoxizität von 4-Hydroxy-2-nonenal in Zellen mit induzierter GST, was auf die Stimulierung der Entgiftungskapazität der GST zurückgeführt werden kann.


US-Forscher des Arizona Cancer Center http://www.azcc.arizona.edu und der Division of Cancer Prevention am National Cancer Institute http://www.cancer.gov in Bethesda sind dem "Gesundheitsgeheimnis" des Grünen Tees einen Schritt näher gekommen. Demnach hilft, der im Tee enthaltene Gerbstoff Catechin dem Körper bei der Entgiftung - und das könnte ein Grund dafür sein, warum er vor Krebs schützt, berichten die Wissenschaftler in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Cancer Epidemiology.
In der jüngsten Untersuchung haben sich die Forscher um H.-H. Sherry Crow auf eine bestimmte Gruppe von Proteinen namens Glutathion-S-Transferasen (GST) konzentriert. GST sind eine Familie von Enzymen mit breiter Substratspezifität, die eine wichtige Rolle in der Entgiftung und Ausscheidung von krebserregenden Substanzen spielen. GST entgiften Biozide, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Ethylenglykole, PCB, Aflatoxine und andere Xenobiotika. In vorhergehenden Studien konnten die Forscher feststellen, dass Menschen mit niedriger GST-Aktivität ein höheres Krebserkrankungsrisiko haben.
Wie sich die GST-Werte im Blut bei Teegenuss verändern, konnten die Wissenschaftler anhand der 42 freiwilligen gesunden Probanden messen. Zunächst durften die Probanden über einen Zeitraum von vier Wochen keinen Tee trinken. Anschließend wurden ihre GST-Werte im Blut nachgemessen. Nach dieser Untersuchung erhielten sie täglich auf nüchternen Magen eine Kapsel mit Grüntee-Extrakten. Dieses Präparat enthält 800 Milligramm Epigallocatechingallat (EGCG) - ein Catechin, das zur Untergruppe der Polyphenole zählt. Diese Menge entspricht in etwa der Dosis von acht bis 16 Tassen Grünem Tee.
Die Blutuntersuchungen der Probanden wiesen nach der Einnahme der Teekapseln einen durchschnittlich höheren GST-Wert auf. Das galt auch für die Entgiftungsenzyme. Was die Forscher aber bemerkten war, dass es zwischen den Teilnehmern große Unterschiede gab. Besonders jene Probanden, die vor der Untersuchung eine niedrige Enzymaktivität aufwiesen, zeigten nach der Teekapsel-Kur eine um bis zu 80 Prozent höhere Aktivität. Hingegen zeigten jene Probanden, bei denen von Haus aus eine hohe Enzymaktivität vorhanden war, eine Reduktion um bis zu 20 Prozent. "Wir schließen daraus, dass eine Einnahme von ECGC eine deutlich unterschiedliche Auswirkung auf die GST-Aktivität hat. Das lässt uns vermuten, dass Grünteekapseln jene Menschen, die von Haus aus geringe GST-Werte im Blut aufweisen, vor krebserregenden Substanzen schützen können", schreiben die Forscher.
Die gesundheitsfördernde Wirkung von Grünem Tee ist seit Jahren bekannt. Eine japanische Studie mit 40.000 Erwachsenen über einen Zeitraum von elf Jahren machte deutlich, dass das Getränk positiv auf das Herz und lebensverlängernd wirkt.



Wolfgang Conzelmann
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Grippeimpfstoff jetzt ohne Hühnereier!


Bisher war die Impfstoffproduktion an Hühnereier gebunden. Diese mussten mühsam bebrütet werden. Dies dauerte Monate.

Somit war es unmöglich auf eine akute Gefährdungslage zu reagieren.

Dies hat sich durch ein neues Verfahren geändert. Siehe untigen Artikel.




Erster Grippe-Impfstoff ohne Hühnereier

Zellkulturimpfstoff soll noch 2007 auf den Markt kommen / Neues Verfahren vereinfacht die Impfstoffproduktion

MARBURG (eis). Über einen mit Zellkulturen hergestellten Grippe-Impfstoff wird weltweit schon seit Jahren gesprochen. Jetzt haben Forscher von Novartis Behring in Marburg erstmals eine solche Vakzine realisiert. Zur feierlichen Einweihung der Produktionsanlage kam sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Marburg. Der neue Impfstoff soll noch Ende des Jahres in Deutschland und Österreich auf den Markt kommen.



Menschen, die in medizinischen Berufen arbeiten, über 60 Jahre alt oder chronisch krank sind, sollten jedes Jahr gegen Influenza geimpft werden. Foto: Novartis Behring

Was bietet der neue Zellkulturimpfstoff Optaflu® beim Grippe-Schutz? Die Immunogenität der neuen Vakzine ist nach Herstellerangaben genauso gut wie die eines konventionellen Impfstoffs. Die neue Vakzine enthält gereinigte Antigene von den drei Influenzavirus-Stämmen, die von der WHO für diese Saison vorgesehen sind.

In Studien mit über 4000 erwachsenen Probanden in Deutschland, Litauen und Polen hat sich die Vakzine als sicher und gut verträglich erwiesen. Lokale und systemische Impfreaktionen waren danach in der Regel unbedeutend und in Häufigkeit und Schwere ähnlich wie bei konventionellen Impfstoffen. Der neue Impfstoff ist für Erwachsene ab 18 Jahren zugelassen.

Neuer Impfstoff eignet sich für Allergiker

Anders als konventionelle Impfstoffe ist die neue Vakzine aber völlig frei von Hühnereiweiß. So können damit jetzt auch Hühnereiweiß-Allergiker geimpft werden. Auch enthält die Vakzine keine Konservierungsstoffe und Stabilisatoren.

Was ist der wesentliche Vorteil des Zellkultur-Grippeimpstoffs? Die für den Impfstoff benötigten Influenzaviren werden in speziellen Säugetierzellen (aus der Niere eines Cockerspaniels) vermehrt. Diese Zellen schwimmen in einer Nährlösung in großen Kesseln (Fermentern).

Bei konventionellen Impfstoffen werden die Viren hingegen in Hühnerembryos in Eiern vermehrt. Für jede Impfdosis ist ein (steriles!) bebrütetes Hühnerei nötig. Millionen solcher Eier für die jährliche Impfstoffproduktion zu beschaffen, ist sehr aufwändig. So wurden für 23 Millionen Impfstoffdosen in diesem Jahr 18 Fußballfelder voller Eierpaletten verbraucht. Die Produktion eines konventionellen Impfstoffs dauert zudem bis zu sechs Monate. Sollte in dieser Zeit plötzlich ein neuer Virusstamm auftreten, der durch eine bereits in Produktion befindliche konventionelle Vakzine nicht abgedeckt wird, dann kann für die laufende Saison keine angepasste konventionelle Vakzine hergestellt werden.

Bei dem neuen Zellkulturimpfstoff ist das erheblich einfacher: Die Zellen für die Produktion sind tiefgefroren und lassen sich jederzeit auftauen und vermehren. Bei einem unerwartet hohen Impfstoffbedarf oder bei unvorhergesehenen Virusstämmen kann kurzfristig nach Bedarf ein neuer Impfstoff hergestellt werden. Für die Produktion lassen sich nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts im Vergleich zu konventionellen Vakzinen etwa zwei Monate einsparen.

US-Gesundheitsministerium subventioniert Anlage in den USA

Das ist ein riesiger Vorteil bei einer Grippe-Pandemie: Zeichnet sich eine weltweite Epidemie ab, kann mit einem Pandemievirus sehr schnell ein Impfstoff produziert werden. Aus diesem Grund subventioniert das US-Gesundheitsministerium mit 220 Millionen Dollar eine mit der Marburger Anlage identische Produktionsstätte für Zellkulturimpfstoffe. Die Anlage von Novartis Vaccines entsteht im US-Staat North Carolina.

Werden Zellkulturimpfstoffe künftig konventionelle Vakzinen ersetzen? Auch andere Impfstoffhersteller sind dabei, Produktionsverfahren für Grippe-Zellkulturimpfstoffe zu entwickeln. Fast hätte es das Unternehmen Baxter schon vor drei Jahren geschafft.

Die klinische Entwicklung der Vakzine mit dem vorgesehenen Handelsnamen InfluJect war aber wegen häufiger Impfreaktionen gestoppt worden. Langfristig werden Zellkulturimpfstoffe wahrscheinlich die konventionellen Vakzinen ersetzen. In den nächsten Jahren wird es aber auch von Novartis Vaccines weiterhin die konventionellen Impfstoffe Begrivac® und Fluad® geben.



Übrigens die ersten „Grippefälle“ waren schon gewesen. Der Winter kommt noch. Vorbeugen ist besser als hinterher jammern.



Die Grippeschutzimpfung ist zurzeit vorrätig.



Dies kann sich aber bald schon ändern weil die Industrie immer noch nicht in der Lage ist den Markt adäquat zu bedienen.




Wolfgang Conzelmann
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Freitag, 5. Oktober 2007

Gegen Gesundheitsfabriken

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Praxis für biodynamische Vitalmedizin
Erfolgreiche Lebensgestaltung
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und Ernährungstherapie





Die Politik will dass die Arztpraxen so wie sie heute noch sind verschwinden.


Es sollen Gesundheitszentren entstehen, die dann die Versorgung übernehmen. Sie werden keinen Arzt ihres Vertrauens mehr haben.
Es werden Gesundheitsfabriken sein, in denen der Mensch als Ware vermarktet wird. An ihrer Krankheit wird verdient, wird Profil gemacht werden.
Eine Vielzahl, noch bedeutend mehr als heute schon, wird dann als Nichtkassenleistung gelten.
Beginnen wird dies 2011, als sehr bald.
Sie wissen dies nicht, sie glauben dies nicht, sie können sich dies nicht vorstellen?
Die Politik hofft genau darauf, auf den dummen, desinteressierten und trägen Bürger der dann auch als Ware behandelt und vermarktet wird. Widerstand wird bereits imVorfeld durch Überwachungsmaßnahmern erfasst und so gut wie geht unterdrückt, durch Lügenpropaganda und wenn es sein muss auch durch Einsatz der staatlichen Repressionsmaschine.
Das ist die EG Diktatur die sich immer mehr bemerkbar macht. Krieg, Bespitzelung, Entmündigung und Entrechtung, Abbau aller sozialen Einrichtungen, Abbau des bisherigen Gesundheitswesens und Vermarktung, das heißt Profitorientierte Fabriken des Großkapitals.


Hier ein kleiner Artikel mit detailierten Infos.

"Wir Ärzte werden reif für die Übernahme gemacht!"
Martin Grauduszus ist Facharzt für Allgemeinmedizin in Erkrath und Präsident der "Freien Ärzteschaft". In den letzten zwei Jahren hat er sich vor allem für die Erhaltung der wohnortnahen Versorgung durch freie Haus- und Fachärzte eingesetzt. Am 11. September 2007 hat die "Freie Ärzteschaft" anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der KV in Düsseldorf demonstriert.
Foto: Susanne Mies
Trauerprozession vor der KV in Düsseldorf
Foto: Freie ÄrzteschaftMartin Grauduszus, Präsident der Freien Ärzteschaft
DER KASSENARZT: Herr Grauduszus, 50 Jahre KV sind für Sie kein Grund zum Feiern? Grauduszus: Nein, allerdings nicht. Wir demonstrieren stattdessen gegen unsere Standesvertretung. Das hängt nicht nur mit der Entlassung des Kollegen Meuser aus der KV-Kreisstelle Mettmann zusammen, auch wenn viele Ärzte diese mit Empörung zur Kenntnis nehmen. Ich sehe die KV heute als verlängerten Arm des Bundesgesundheitsministeriums. Wir sollen auch dann weiter- behandeln, wenn das Budget aufgebraucht ist oder Regresse drohen. Wir sollen auch kostenlos arbeiten oder sogar die Kosten von Verordnungen tragen und uns an der Rationierung der medizinischen Versorgung beteiligen. Da gibt es wirklich keinen Grund für Jubiläumsfeiern. Stattdessen haben die ersten Veröffentlichungen über den neuen EBM dafür gesorgt, dass die Wut bei den Kollegen immer größer wird.DER KASSENARZT: Wie schätzen Sie die Honorarsituation denn ein? Grauduszus: Die Kassen wollen deutlich weniger zahlen als bisher, obwohl es ursprünglich andere Ankündigungen gab. Die Punktzahlen sollen deutlich abgesenkt werden – und Herrn Köhler fällt dazu nur ein, dass 2008 für die Vertragsärzte zum Tal der Tränen wird. Auch die Privateinnahmen werden durch eine zukünftig pauschalierte und abgewertete GOÄ wahrscheinlich dramatisch sinken. Der Staat will bei seinen Beihilfepatienten sparen.DER KASSENARZT: Es geht Ihnen also um mehr Geld.Grauduszus: Es geht um viel mehr, um das Überleben der freien Arztpraxen nämlich. Ab 2011 sollen Vertragsarztsitze nicht mehr ausgeschrieben werden, dann werden Verträge zwischen Krankenkassen und Anbietern geschlossen. Als Folge wird die freie Arztwahl wegfallen. Wenn solche Verträge bestehen, können sich die Patienten eben nur noch von diesen Anbietern behandeln lassen. Und wenn die KVen oder andere Arztgruppen überhaupt noch Verträge mit den Kassen abschließen, dann sehen wir schon heute, dass es keine adäquaten Honorare mehr geben wird. Das Geld soll nicht mehr in Richtung der niedergelassenen Ärzte fließen, der Staat will den angestellten Arzt. Das ist das Ende der Freiberuflichkeit.DER KASSENARZT: Haben Sie Anhaltspunkte für diese Entwicklung?Grauduszus: Nehmen Sie das neue MVZ, das in Köln von Rehasan betrieben wird. Ziel ist es wohl, dass hier hauptsächlich Versicherte der Techniker Krankenkasse behandelt werden. Das Logo des Hauses hat die TK-Farben, TK-Patienten werden mit Extra-Service gelockt und so weiter. Marken-MVZ nennt sich dieses Konzept, das die niedergelassenen Ärzte aushebeln soll. DER KASSENARZT: Ein Konzept, um Geld zu sparen?Grauduszus: Ich bin mir sicher, dass die Kosten der Versorgung auf diese Weise nicht zurückgehen werden. Stattdessen erwarte ich weitere Rationierungen für die Patienten. Man muss das wirklich ernst nehmen: Hier geht es nicht um Kosteneinsparungen. Wir niedergelassenen Ärzte verhindern doch auch viele Untersuchungen, die wir aus unserer Erfahrung heraus für nicht notwendig erachten. So ein MVZ wird anders vorgehen, da wird schon aus Gründen der Haftung die vorhandene Technik ausgenutzt. Ressourcen werden in solchen Zentren nicht eingespart. Nein, um Sparprogramme geht es hier nicht. Sondern darum, uns reif für die Übernahme zu machen. Und die Versorgung der Patienten wird sich dramatisch verschlechtern ...
Foto: Susanne Mies
DER KASSENARZT: Übernahme? Wie meinen Sie das?Grauduszus: Die Gesetzgebung ermöglicht ja inzwischen die Bildung von Praxisketten und Kooperationen mit angestellten Ärzten. Dadurch werden Unternehmungen im Gesundheitssektor unternehmerisch planbar. Investoren kaufen nur dann billige Betriebe ein, wenn anschließend auch Profite winken. Ist Ihnen schon aufgefallen, wie häufig in letzter Zeit der Begriff "Gesundheitswirtschaft" zu hören ist? Das Kölner MVZ hat sich zum Beispiel die Arztsitze gekauft, die es brauchte. Angeblich haben die Kollegen überdurchschnittlich hohe Preise bekommen, die ein Privatmann gar nicht zahlen könnte. Die Kollegen verkaufen, weil die Arbeitsbedingungen immer schlechter geworden sind – aktuelle Stichworte lauten Rabattverträge oder Regresse. Damit sinkt die Motivation, sodass etliche Kollegen in den Ruhestand oder ins Ausland gehen. Ihre Praxen gehen dann an MVZ oder Praxisketten über. Das nenne ich "reif für die Übernahme machen". DER KASSENARZT: Und wie geht es nach der Übernahme weiter?Grauduszus: Ich bin kein Industriefeind, aber ich fürchte, dass die Gesundheitskonzerne die Gesundheitslandschaft drastisch verändern werden. Auf dem Weg zur Gesundheitsindustrie werden die mittelständischen Arztpraxen verdrängt, obwohl bekannt ist, dass eine Schwächung des Mittelstandes den allgemeinen Wohlstand weiter schmälert. Von einem fairen Wettbewerb kann da sicher nicht die Rede sein. Und in ein paar Jahren, wenn wir Ärzte übernommen worden sind, können die Konzerne dann jeden Preis verlangen – wie die Energiekonzerne heute. Schließlich geht es auch der Gesundheitswirtschaft darum, ihre Profite zu realisieren!DER KASSENARZT: Wie würden Sie denn die Kosten in den Griff bekommen?Grauduszus: Diese Frage muss gesellschaftlich diskutiert werden. Das Angebot der Gesundheitsdienstleistungen ist riesig, die Nachfrage auch. Soziologen wissen, dass der älter werdende Mensch bereit ist, mehr für seine Gesundheit auszugeben. Nur die Politik setzt auf Sparprogramme und demotiviert gleichzeitig die Ärzte, will ihnen jede Entscheidungskompetenz nehmen. Ärztliches Berufsbild und Selbstverständnis werden ausgehebelt. Ich fürchte, in wenigen Jahren sieht es bei uns aus wie in den USA. Dann entscheiden die Krankenkassen auf der Grundlage von Datenlieferungen darüber, bei wem welche Therapiekosten übernommen werden. DER KASSENARZT: Stichwort Datenlieferungen …Grauduszus: Ja, die eCard. In Zukunft werden Patienten anhand von ICD-Diagnosen in DXCG-Risikoklassen eingeteilt werden. Die­se Daten können dann direkt an die Krankenkassen übermittelt werden. Praktisch, oder? Trotz anderslautender Beschlüsse, zum Beispiel auch auf dem Ärztetag, will das Gesundheitsministerium mit dem Roll-out der eCard beginnen. Auch dieses Beispiel zeigt, dass Sachargumente für die Politik keine Rolle spielen. Die Entscheidung steht schon fest, da wird nichts mehr ergebnisoffen getestet. DER KASSENARZT: Noch eine Frage zur "Freien Ärzteschaft". Hat sich die Organisation in den letzten zwei Jahren verändert?Grauduszus: Ich spüre, dass wir dauerhaft unbequem geworden sind. Aber auch durch Druck lassen wir uns nicht einschüchtern. Wir wollen auch in Zukunft als freie Ärzte mit freier Entscheidung im Sinne der Patienten arbeiten können und nicht als rationierende Erfüllungsgehilfen der Obrigkeit!Das Interview führte Ruth Auschra.

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Kompetenzpraxis für nachhaltige Medizin

Sonntag, 2. September 2007

Arztpraxis Conzelmann

Ist eine Arztpraxis in Berlin Wedding mit dem gesamten Spektrum der Allgemeinmedizin sowie vieler Spezialitäten.